Bitte keine heisse Asche einwerfen

4. Flugtag

Ideale Bedingungen auf unserem sonst immer windgebeutelten Flugplatz, so gut wie kein Wind: Sogar die Windkraftmaschinen drehten sich kaum noch. Und da der benachbarte Acker umgepflügt (und wie wir später feststellten auch noch Gülle-Desodoriert) wurde mussten wir uns nochmal umsehen und fanden ganz in der Nähe einen viel besseren Brachacker.

Während des Aufbaus gesellte sich zu unserer Freude noch ein Hubschrauberpilot mit seinen nach Dinosauriern benannten E- und B-Hubschraubern hinzu.

Also: Start bei den besten bisher erlebten Verhältnissen, gekonnt in die Höhe eine Wende, und: Ups, ein Steuerfehler, Flugrichtung 45 Grad gen Boden. Nicht schön aber eigentlich noch kein Problem. Normalerweise würde man als Anfänger jetzt am Besten den Motor abschalten und die Fernsteuerung loslassen, worauf der Smart Fly 200 von alleine eine ungefährliche Position einnimmt. Im Flugsimulator kommt man aus solchen knappen Lagen aber auch prima raus, indem man Vollgas gibt und das Flugzeug steil nach oben zieht. Und genau das hatte sich Herr Jodies auch antrainiert und ohne Nachzudenken ausgeführt. Dieser Belastung hielt die mehrfach wieder geradegebogene Aluminiumstange, auf der beide Tragflächen verankert sind, aber nicht stand und sie brach. Beide Flächen knickten ca. 30 Grad nach oben und das Höhenleitwerk blieb wirkungslos. Wirkungsvoll dagegen blieb der Motor (vollgas) und rammte das Flugzeug derartig in den Boden, dass Styroportrümmer umherflogen.

Offensichtlich ein Totalschaden. Die ersten 20 Zentimeter des Modells in ca. 6 Trümmer zerlegt, die Holzplatte auf der der Motor befestigt ist zerbrochen, der Spinner verschwunden, die Alu-Stange zerbrochen, eine kleine Ecke einer der Tragflächen abgebrochen, der Stecker mit dem der Regler im Empfänger steckt zerbröselt. Der Motor hat knapp überlebt, obwohl die Spulen sich um den Anker gedreht haben, wobei bei diesem “billig-Motor”, gerne die Drähte abreissen. Das einzige was seltsamerweise wieder nicht kaputt ging ist die Befestigung der Motorachse auf dem Anker.

Bastel-Guru Sveenie wies auf der Rückfahrt daraufhin, dass er 100%ig weiss, dass der Baumarkt noch offen hat, und dass es dort Aluminiumstangen gibt. Natürlich! So eine Stange hatte der Autor ja sogar selbst schon mal dort gekauft, weil man diese zusammen mit Erbsen als Blasrohrwaffe verwenden kann.

Einkaufsliste für Bahr:
2 Schraubzwingen
Laubsäge und Blätter
3 Millimeter Sperrholz
Lötzinn
Draht
Gummistiefel
Aluminiumrohr

Auf der Einkaufsliste vergessen:
Sekundenkleber

Aus Geiz nicht gekauft
Schrumpfschlau für 4,50 Euro

Das Modell ist nun fast wieder Einsatzbereit, dummerweise ist aber der Sekundenkleber leer, so dass die letzte grosse Klebestelle, “Cockpit an Rumpf” noch fehlt. Aber Sveenie hat eine neue Tube zuhause, so dass es morgen weiter gehen kann.

Ein Dank sei hiermit an den SMC Albatros Ellerau ausgesprochen, bei dem der Autor vor rund 25 Jahren zwei Schiffs-Modelle gebaut hat, und an den sich der Autor heute Abend beim Sekundenkleber-an-den-Fingern Gefühl, und dem Geruch von Laubsägespänen lebhaft erinnert hat. Jugendarbeit ist wichtig. Gerade im Bereich Laubsägearbeiten.

2 Responses to “4. Flugtag”

  1. [349446] Thomas Says:

    Super Berichterstattung von den Flugtagen. Es fällt mir allerdings schwer zu glauben, dass “Foto-Jodies” seine Kamera bei diesen Spektakeln nicht dabei hat. Fotos wären super!

  2. [349534] Sveenie Says:

    @Thomas: man hat ja beim Modellflug für gewöhnlich beide Hände an der Fernsteuerung. Da wird es schwer auch noch Fotos zu machen. Aber heute war Kerstin dabei und hat Fotos gemacht.

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