Bitte keine heisse Asche einwerfen

The Lion, the Witch and the Wardrobe

Ich logge hier jeden Film, den ich im Kino sehe. Zur Not tut es auch nur eine kurze Notiz, ich will mich nur erinnern können wann ich was gesehen habe. Denn ich war mal ein sehr fleissiger Kinogänger. Aber sie haben es mir ausgetrieben. Der Artikel “Kinogänger verscheuchen Howto” modert als Entwurf seit einem Jahr vor sich hin und nun ist es offenbar geschehen. Ich war seit Monaten nicht im Kino. Heute war ich wieder drin und es hat genervt. Erstens wollen die von K. und mir zusammen 17 Euro. Für den Weg gibts noch den Tip: “Seien Sie rechtzeitig da, der Film ist mit Sicherheit ausverkauft”. Denn dort gibt wie bei der guten alten Eisenbahn zwei Klassen: Die billige für Leute, die Lust auf Anstehen und Sommerschlussverkauftumultartiges Eindringen in den Saal haben, und die teurere Klasse für Leute mit Platzreservierung. Die reservierbaren Plätze waren aus, also gab es für uns heute zweite Klasse: 30 Minuten Anstehen um nach weiteren 45 Minuten Werbung endlich den gewünschten Film zu sehen. In der Zeit habe ich den Film zweimal aus der Videothek geholt und zurückgebracht und selbst das ist heute nicht mehr nötig, man kann sich die Leih DVD per Post schicken lassen. Und dann machen sie nicht mal unaufgefordert die Tür zu, so dass die Pupille Licht von der Seite kriegt und die dunkelste Stelle auf der Leinwand nicht schwarz, sondern grau ist. Wenn die Tür dann zu ist, besorgt es einem die Notausgangsbeleuchtung. Verarschen kann ich mich alleine.

Der Film hiess nicht so wie obiger Originaltitel, und auch nicht “Der Könik von Narnia”, wie das Buch, das mir meine Tante R. damals schenkte, sondern “Die Chroniken von Narnia”. Den Film konnte man erst jetzt mit verblüffender Computergrafik umsetzen. Verblüffend deshalb, weil man sie nicht mal mehr bemerkt. Es sieht einfach echt aus.

Der Autor transportierte im Original ein 40er Jahre Weltbild, in dem Frauen vom Weihnachtsmann Nähmaschinen geschenkt bekommen und an Schlachten nicht teilnehmen dürfen, was Hollwood natürlich politisch korrigiert hat. Ansonsten ist das Buch eins zu eins abgefilmt.

Gefallen hat mir an dem Märchen schon immer, dass es nicht wie alle anderen griechische und nordische Mythen verwurstet, sondern sich auch bei der jüngeren christlichen Mythik oder noch jüngerer Literatur bedient. Da diese Geschichten alle gleichberechtigt miteinander verwoben werden, verliert die christliche Mytik offensichtlich ihren “Hat-tatsächlich-genau-so-stattgefunden” Sonderstatus. Daher wundere ich mich, dass dieser Film eine erzieherische Wirkung in Richtung “Rechter Glaube” haben soll. Das wird ihm nämlich nachgesagt.

Da der Film sein Geld wohl einspielt kann man sich schon mal drauf einstellen, was die nächsten Jahre im Dezember auf uns zu kommt. Die Geschichte hat insgesamt 7 Bände und wenn ich mich recht entsinne kommen da noch viele weitere Erlösungsstories drin vor. Warum spielen die das eigentlich nicht an Ostern? ;-)

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